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Das Wesen von Tod und Sterben -   Die Aspekte des Todes: Der Tod als FeindDer Tod als Freund: a) Todestrieb und Todessehnsucht - b) Der Tod als Lebenshilfe - c)  Der Tod als IllusionSterbehilfe:     a) Tötung - b) Sterbevorbereitung - c) Sterbebegleitung

 

Das Wesen von Tod uns Sterben

Der Tod ist etwas sehr alltägliches. Er bringt einen Zyklus zum Abschluß und ist zugleich die Geburt von etwas Neuem. Wir lassen etwas Altes und Vertrautes los und begeben uns in etwas Neues und scheinbar Unbekanntes. Für einen “sanften Tod” sind daher loslassen und vertrauen sehr wichtig.

Der Tod ist unser ständiger Begleiter. Bereits bei unserer Geburt ist er aktiv.Der Tod hängt untrennbar mit der Geburt zusammen. Er ist die andere Seite der gleichen Münze. Auf der einen Seite stirbt man dem Alten und auf der anderen Seite wird man in das Neue hinein geboren.  Immer kommt etwas zum Abschluß und immer beginnt etwas Neues. Täglich sterben viele Körperzellen und werden durch neue ersetzt. Beziehungen entstehen und enden. Der sexuelle Höhepunkt auch als der kleine Tod bezeichnet Auch der Schlaf ist mit dem Tod stark verwandt und wird daher im Volksmund der kleine Bruder des Todes genannt.

So sterben wir, bis wir unseren Körper verlassen, unzählige Tode. Aus diesem Blickwinkel ist es auch stimmig den sogenannten Tod als den Höhepunkt des Lebens zu bezeichnen. 

 

Die Aspekte des Todes:

Der Tod hat viele Gesichter und so gibt es zu diesem Thema auch die verschiedensten Gedanken und Gefühle.

Für die einen ist er ein Feind, den es zu bekämpfen und besiegen gilt .Für andere ist er ein guter Freund und Helfer und für andere einfach eine Illusion.

 

1.) Der Tod als Feind:

Hier wird der Tod als Bedrohung empfunden. Er scheint alles zu zerstören, was wir uns aufgebaut haben. Wir können nichts von unseren angesammelten (materiellen) Reichtümern mitnehmen. Wir haben das Gefühl geliebte Menschen zu verlieren. Es scheint alles aus zu sein. Zumindest zwingt er uns alles Äußere zurück zu lassen und uns auf eine Reise in etwas (scheinbar) Unbekanntes zu begeben.  Manche Menschen empfinden ihn auch als persönliche Niederlage und Demütigung.

Der Tod wird daher entweder  verdrängt oder mit allen Mitteln bis zum äußersten bekämpft. Manche versuchen ihn zu verdrängen, indem sie alles aus ihrem Leben zu verbannen versuchen, was sie an den Tod erinnert. Andere flüchten sich in die Vorstellung: "Es sind immer nur die anderen, die es erwischt." Manche fordern den Tod direkt heraus und stürzen sich in (scheinbar) riskante Abenteuer. Andere fürchten durch den Tod besiegt zu werden und bringen sich deshalb lieber gleich direkt oder indirekt um.

Als Folge davon erleben wir hier z.B. daß in Krankenhäusern (scheinbar) unheilbar Kranke zwanghaft am Leben gehalten werden sollen oder möglichst viel Mord und Totschlag in den Medien gezeigt und konsumiert wird.

 

2.) Der Tod als Freund und Helfer:

Der Tod wird hier als positiv betrachtet. Für manche erscheint der Tod als eine Lebenshilfe. Für andere ist die Vorstellung, daß mit dem Tod alles zu Ende sein könnte oder wir dadurch in eine andere und bessere Welt kommen könnten, etwas sehr anziehendes. Dies kann sogar soweit gehen, daß er richtig herbei gesehnt wird. (vgl. auch Todestrieb und Todessehnsucht).

 

a) Todestrieb und Todessehnsucht

Der Todestrieb und die Todessehnsucht beruhen auf der Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen Situation. Die Unzufriedenheit wird durch das häufig unbewußte Wissen um andere Formen des (Er-)Lebens hervorgerufen. Auf einer tiefen Ebene beruht sie auf dem Wunsch nach dem paradiesischen Zustand, den wir vor unserer Geburt erlebten. Viele verbinden damit die Zeit im Mutterleib, wo wir völliges Einssein und Geborgenheit erlebten und einfach wir selbst sein konnten ohne irgend etwas leisten zu müssen. Manche erinnern sich in diesem Zusammenhang auch an eine Zeit vor ihrer körperlichen Zeugung. (Diese Erinnerungen kommen z.B. in Hypnose, Rückführungen und spontanen Erinnerungen ins Bewußtsein.) Allerdings vergessen wir dabei immer, daß wir nicht zufällig hier sind. Wir müssen auch nicht warten bis wir Tod sind, um wieder diese himmlischen Zustände zu erleben. Und vielleicht ist es ja unsere Aufgabe den Himmel auf Erden (wieder) zu erschaffen.

Der Todestrieb und die Todessehnsucht entstehen auch aus Liebe und Gewohnheit: Alle tiefgehenden Forschungen zeigen, daß hinter aller Wut, Ablehnung, Trennung und Egoismus die Gefühle von Liebe, Gerechtigkeit und Verbundenheit zu finden sind.  Nachdem es Vorfahren von uns gibt, die aus diesem Leben geschieden sind, wollen wir ihnen aus Liebe und Gewohnheit (“Das hat man schon immer so gemacht ...”) nachfolgen.

Dabei übersehen wir aber zwei wichtige Punkte: Das Leben beruht auf Veränderung/Evolution. So verwenden wir z.B. im Gegensatz zu unseren Vorfahren Elektrizität, Autos, Flugzeuge, Computer und haben auch unsere Lebensformen geändert. (Wir leben z.B. nicht mehr in Großgruppen und gehen auch nicht mehr selbst auf die Nahrungs-Jagd.)

Zum anderen wollen unsere Vorfahren aus Liebe zu uns, daß wir unser eigenes Leben führen und das beste daraus machen.

b) Der Tod als Lebenshilfe

Hier wird der Tod als Freund gesehen, der uns hilft unser Leben intensiv und bewußt zu leben. Er erinnert einfach an die Vergänglichkeit und wie wichtig es ist, die Dinge, die wir tun wollen, gleich zu tun. Dann können wir auch erfüllt und entspannt sterben ohne das Gefühl etwas versäumt zu haben (und ggf. deshalb nochmals wiedergeboren werden zu müssen). Diese Einstellung haben z.B. Indianer, Mystiker und Weise der verschiedensten Kulturen.

So gibt es die Geschichte vom Dialog von Diogenes, der Alexander den Großen: Diogenes: “Wozu brauchst du eigentlich dieses große Heer?” Alexander. “Um die Welt zu erobern.”. D.: “Und was willst du dann machen wenn du die Welt erobert hast?”  A.: “Mich ausruhen.” D.: “Du Narr! Wenn du dich nicht jetzt ausruhst, wirst du dich niemals ausruhen.” (Alexander hörte nicht auf ihn und kam so nicht mehr zum ausruhen, da er unterwegs starb.)

3.) Der Tod als Illusion

Hier wird nicht daran geglaubt, daß mit dem Tod alles zu Ende ist. Von manchen wird selbst die Unvermeidbarkeit des  Todes in Frage gestellt.

Einzelheiten finden wir beim Gedanken der Unsterblichkeit

 

 

Sterbehilfe

Es gibt verschiedene Formen der Sterbehilfe:

a) Tötung

b) Sterbevorbereitung

c) Sterbebegleitung

 

a) Tötung

Hier wird das Leben von jemand entweder mit oder ohne eigenem Einverständnis beendet.

Normalerweise wird ohne eigenes Einverständnis jemand getötet, wenn es (scheinbar) keine Möglichkeit gibt, ihn zu fragen (z.B. weil er sich im Koma befindet). Es kommt aber auch immer wieder vor, daß auf diese Weise unerwünschte Personen beseitigt werden (z.B. im 3.Reich). Außerdem ist auch die Gefahr, daß die Täter ihre eigenen Ängste und Vorstellungen auf die andere Person übertragen. Die Tötung ohne Einverständnis ist in der Regel gesetzlich verboten.

Die Tötung auf Verlangen ist zwar rechtlich umstritten, aber moralisch grundsätzlich in Ordnung, da jeder selbst für sein Leben verantwortlich ist. Allerdings gibt es hier das Problem, daß die zu tötende Person die Situation ggf. nicht richtig einschätzen kann (z.B. wegen mangelnder Information und Übersicht oder einfach wegen ihrer Ängste).

b) Sterbevorbereitung

Wenn wir auf den Tod vorbereitet sind, brauchen wir keine Angst mehr vor ihn zu haben. Wir können dann unser Leben geniessen und uns auch entspannt dem Tod hingeben, wenn es an der Zeit ist. Während' der Vorbereitung wird alles Unerledigte abgeschlossen, so daß während des Sterbens kein Bedauern notwendig ist, irgend etwas ungeklärt mitnehmen bzw. denHhterbliebenen zurück lassen zu müssen. Auch für die Hinterbliebenen ist es eine große Hilfe, da sie selbst keine Entscheidungen bezüglich der Angelegenheiten der verstorbenen Person treffen brauchen.

Auch für die Anhänger der körperlichen Unsterblichkeit kann eine intensive Sterbevorbereitung sehr hilfreich sein. Beruht der Glaube an die Unsterblichkeit auf einem Verdrängungsmechanismus bzw. kann der Glaube nicht rechtzeitig bis zum Todeszeitpunkt vollständig umgesetzt werden, so stehen sie dem Tod vorbereitet gegenüber. Zum anderen kann die Vorbereitung helfen, daß Thema Tod endgültig abzuschliessen.

Nach der Sterbevorbereitung ist sowieso wichtig sich wieder dem Leben zuzuwenden und nicht wie ein Kaninchen auf die Schlange (den Tod) zu starren.

c) Sterbebegleitung

Für jeden Sterbenden ist es schön, wenn er auf seiner „letzten Reise" Unterstützung bekommt. Es ist schon hilfreich, einfach da zu sein und z.B. nur ihre Hand zu halten. Auch wenn sie scheinbar nicht mehr auf uns reagieren, bekommen sie trotzdem alles mit, was gesagt wird. So kann man ihnen zu jeder Zeit beruhigende, liebevolle und hilfreiche Worte mit auf dem Weg geben. (Man kann sich auch bei ihnen noch entschuldigen oder ihnen sagen, was einem noch auf dem Herzen liegt.).

Dramatische Szenen („Ich kann ohne dich nichtleben" , Schuldzuweisungen unter den Anwesenden, etc.) und starker Schmerz und Trauer der Anwesenden erschweren dem Sterbenden den Obergang. Hier kann den Begleitern vielleicht das Wissen hetfen, daß wir nicht um/für die Toten trauern, sondern eigentlich nur um/für uns selbst. (Wegen der Lücke, die in unserem Leben entstanden ist). In manchen Kulturen ist der Tod auch kein Drama, sondern ein Fest, weil diese Menschen wissen, daß die Verstorbenen auf eine andere Weise weiterleben und der Tod für sie in Wirklichkeit eine Geburt ist.

Auch für die Begleiter selbst kann es ein kostbares Geschenk sein, den Menschen oder das Tier auf ihrer Reise in eine andere Welt ein Stück begleiten zu dürfen. Ich hatte das Glück, jeweils beim Tod meiner Mutter, meiner Schwiegermutter und unseres Hundes dabei sein zu können. Bei jedem war der Tod anders, aber ich war jedes Mal dankbar, dies miterleben zu dürfen.

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